{"id":196,"date":"2017-02-01T13:09:23","date_gmt":"2017-02-01T13:09:23","guid":{"rendered":"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/?page_id=196"},"modified":"2017-02-01T13:14:09","modified_gmt":"2017-02-01T13:14:09","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/?page_id=196","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt_standard\">Die &#8222;K\u00f6niglich Privilegierte Feuer und Zimmerstutzengesellschaft Abbach 1734-1874&#8220; von 1984 verfolgt nach ihrer Satzung folgende Ziele: Wahrung der Tradition des Sch\u00fctzenwesens, Pflege des Schie\u00dfsportes als Leibeserziehung und sportliche, sowie gesellschaftliche Erziehung ihrer jugendlichen Mitglieder. <\/span><\/p>\n<p class=\"txt_standard\">So ist es heute aber wie war es zur Zeit der Gr\u00fcndung?<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Im Sommer 1732 entschloss sich Kurf\u00fcrst Karl Albrecht, da die Unsicherheit im Land durch umherfahrendes Gesindel zunahm, die Landfahnen zu reorganisieren. 1734 wurde auch Abbach auf &#8222;allerh\u00f6chsten Befehl&#8220; zur Stellung einer F\u00fcsiliereinheit verpflichtet. F\u00fcsiliere sind mit Steinscho\u00dfmusketen bewaffnete Infanteristen (franz: fusil = Stein).<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Ausgebildet und geleitet wurden die Landfahnen von Landleutnants. Diese waren meist felddienstuntaugliche, im Dienst ergraute Offiziere und Unteroffiziere. Sie unterstanden alle dem Hofkriegsrat, und weil man dort seine Landsleute kannte, legte man vor allem auf das Scheibenschie\u00dfen Wert. Auch die Abbacher B\u00fcrgerschaft hatte im Jahre 1735 &#8222;zur Anlegung einer Schie\u00dfst\u00e4tte ein Wiesfleck einger\u00e4umt&#8220; bekommen. \u00dcber die Schie\u00dfleistungen der Abbacher Sch\u00fctzen sind leider keine Unterlagen erhalten.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Wiedererw\u00e4hnt wird das Abbacher B\u00fcrgermilit\u00e4r anl\u00e4sslich der Badekur der bayerischen Kurf\u00fcrstin Maria Anna, bei deren Empfang im Markt am Mittwoch, den 22. M\u00e4rz 1754. &#8222;Unter Paradierung des hiesigen B\u00fcrgermilit\u00e4rs und eines von Stadtamhof hierher beorderten Kommandos Prinz taxischer K\u00fcrassiere bewegte sich der feierliche Zug auf der mit Pechpfannen erleuchteten Stra\u00dfe dem Wildbade zu.&#8220;<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Das Abbacher B\u00fcrgermilit\u00e4r bestand damals aus<\/p>\n<ul>\n<li class=\"txt_standard\">1 Leutnant<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">1 Kommandanten<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">1 F\u00e4hnrich<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">1 Feldwebel<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">1 Corporal<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">4 Constablern<\/li>\n<li class=\"txt_standard\">41 Gemeinen<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"txt_standard\">Der n\u00e4chste Hinweis betreffend der Abbacher B\u00fcrgerwehr findet sich in den &#8222;Jahrb\u00fcchern der bayerischen Heeresgeschichte&#8220;. Demnach \u00fcbte Jahre 1781 an Stelle der &#8222;zusammengerotteten&#8220; Sch\u00fctzenkompanie die neu aufgestellte B\u00fcrgerkompanie an allen Sonn- und Feiertagen Gewehrgriffe.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Nachdem am Ende des 18. Jahrhunderts die B\u00fcrgerwehren, wurden sie durch das &#8222;Kantonsregiment von 1804\/1805&#8220; einer einheitlichen milit\u00e4rischen Regelung unterworfen. Nach einer Aufstellung von 1809 stellte der Markt Bad Abbach eine &#8222;F\u00fcseliercompagnie&#8220;, die dem Regenkreis angeh\u00f6rte. Nach der &#8222;B\u00fcrgermilit\u00e4r Constitions Urkunde&#8220; diente das B\u00fcrgermilit\u00e4r ausschlie\u00dflich dazu, &#8222;den friedlichen, rechtlichen Einwohner zu besch\u00fctzen und die Wirkungen des Gesetzes gegen politische Vergehen und das Verbrechen zu unterst\u00fctzen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Nach einer Bl\u00fctezeit der Landwehr bis 1840 kam dann doch die Zeit, in der sich das B\u00fcrgermilit\u00e4r selbst \u00fcberlebt hatte. Auf Grund &#8222;der Bestimmungen des Wehrverfassungsgesetzes vom 30. Januar 1868 und des B\u00fcrgerwehrgesetzes vom 30. Dezember 1868 hat die Landwehr \u00e4lterer Formation in der Funktion einer B\u00fcrgerwehr bis zum 1. Januar 1870 zu bestehen&#8220; und sich dann aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Die Landwehr und dann auch die B\u00fcrgerwehr pflegten neben dem milit\u00e4rischen Dienst auch das sportliche Schie\u00dfen. Seit 1837 existierte in Abbach eine der Landwehr verbundene Sch\u00fctzengesellschaft, die das sportliche Schie\u00dfen mit dem Feuerstutzen pflegte. Sie stellte vermutlich ihre T\u00e4tigkeit mit der Aufl\u00f6sung der B\u00fcrgerwehr ein.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Das Jahr 1874 war das Gr\u00fcndungsjahr des unmilit\u00e4rischen, des sportliche orientierten Abschnittes unserer Gesellschaft. Die Namen der Gr\u00fcndungsmitglieder sind uns erhalten:<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">1 F\u00f6rstl Ignatz &#8211; Volksschullehrer, 1. Sch\u00fctzenmeister<br \/>\n2 Kiefersauer Paul &#8211; Sattlermeister, 2. Sch\u00fctzenmeister<br \/>\n3 Kroi\u00df Mathias &#8211; Aufschlageinnehmer, Schriftf\u00fchrer<br \/>\n4 Schlauderer Xaver &#8211; B\u00e4ckermeister, Kassier<br \/>\n5 Ekmann Georg Brauereibesitzer<br \/>\n6 F\u00f6rstl Eugen Volksschullehrer<br \/>\n7 Geigl Mathias Schlossermeister<br \/>\n8 Gerl Heinrich Gutsbesitzer<br \/>\n9 Glaser Josef Baumeister<br \/>\n10 Go\u00df Josef Br\u00e4umeister<br \/>\n11 Holzer Johann Volksschullehrer<br \/>\n12 Kammermeier Josef Wagnermeister<br \/>\n13 Koch Johann Schreinermeister<br \/>\n14 Marchner Franz Hafnermeister<br \/>\n15 Moser Josef Gendarmeriebeamter<br \/>\n16 Obermillacher Josef Gendarmeriebeamter<br \/>\n17 Reisinger Franz Schmiedmeister<br \/>\n18 Dkr. Hans R\u00f6hrig prakt. Arzt<br \/>\n19 Schmidt Alois Uhrmachermeister<br \/>\n20 Weigert Georg Musikmeister<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">\u00dcber die ersten 50 Jahre dieser &#8222;Sch\u00fctzengesellschaft Abbach&#8220; wissen wir sehr wenig. Aus einer erhaltenen Korrespondenz mit der Gemeindeverwaltung Abbach geht hervor, dass sie am 11. und 12. Juni 1899 ihr &#8222;25j\u00e4hriges Bestehen feierte, verbunden mit einem gr\u00f6\u00dferen Festschie\u00dfen, mit ausgedehnten Einladungen&#8220;. Der 1. Sch\u00fctzenmeister H. Riedl bat die Gemeinde um eine Ehrengabe f\u00fcr die Jubil\u00e4umsscheibe.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Vor der Jahrhundertwende erhielt die Sch\u00fctzengesellschaft, den Rechtsstatus einer k\u00f6niglich privilegierten Gesellschaft durch Anerkennung der allgemeinen Sch\u00fctzenordnung vom 25.8.1868. Der Name wurde damals auf &#8222;K\u00f6niglich privilegierte Feuer und Zimmerstutzengesellschaft Abbach 1734 1874 festgesetzt.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Aus dem Jahre 1908 ist eine Fotografie anl\u00e4sslich einer Theaterauff\u00fchrung auf einem Sch\u00fctzenball erhalten:<\/p>\n<div id=\"attachment_198\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-198\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-198 size-full\" src=\"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/undersberg.jpg\" width=\"500\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/undersberg.jpg 500w, https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/undersberg-300x191.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-198\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Bild sind zu erkennen: Herr Zirngibl, Schreiner Alfons, Conditor Zinner, Koch Toni, Meindl Adam, Marchner, Rossberger, Blaimer von Gemling &#8230;.<\/p><\/div>\n<p><span class=\"bodytextBlock\">Im April 1924 lud die Gesellschaft auf dem Platz hinter dem Gasthof Schreiner zu einem gro\u00dfen Preisschie\u00dfen ein. Wie das Foto zeigt,<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-197\" src=\"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hochwasser.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hochwasser.jpg 500w, https:\/\/fzg-bad-abbach.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hochwasser-300x239.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p class=\"txt_standard\">fiel das Schie\u00dfen buchst\u00e4blich ins Wasser. Ein Hochwasser \u00fcberschwemmte den Festplatz. Im Juli wurde das Schie\u00dfen nachgeholt.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Am 28. Juni 1929 wurde die bis heute gef\u00fchrte Fahne geweiht. Fahnenmutter war Frau Ottilie Ritter.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Ab 1932 sind die Protokolle der Generalversammlungen erhalten. Bis Ende 1933 galt die Satzung von 1927, die bei der Wiedergr\u00fcndung nach dem 2. Weltkrieg wieder in Kraft gesetzt wurde.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Ende 1933 wurde die Sch\u00fctzengesellschaft in den Deutschen Sch\u00fctzenverband e.V. im &#8222;Deutschen Reichsbund f\u00fcr Leibes\u00fcbungen, Berlin&#8220; zwangsweise aufgenommen, der Donaugau wurde aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Von 1932 bis 1940 hatte Herr Otto Gr\u00fcnbeck das Amt des 1. Sch\u00fctzenmeisters bzw. Vereinsf\u00fchrers inne.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Von 1940 bis 1951 ruhte wegen des Krieges und der Nachkriegswirren der Schie\u00dfbetrieb.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Am 29. November 1951 wurde mit die Sch\u00fctzengesellschaft einer Gr\u00fcndungs- und Generalversammlung im Gasthof Zirngibl wieder ins Leben gerufen. Anwesend waren:<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Dr. Frank, Held sen., Seidl, Schulz, Koch, Karl Jackob, Stockmeier, Held jun., Hanneschl\u00e4ger, Kargl, Zirngibl, Aubele, MangIkammer, Arnold sen., Arnold jun., Schaider, Raith 1, Raith 11, Brunner, Angr\u00fcner, Buckenlei jr., Waldrab, Salger, Windl Otto, Bufler, Adlhoch, Kammermeier Andre, Kammermeier Albert, Hof Franz, Meier Max, Paintner H., Knorr, Wittal, Ritter Ernst, Fiedler Alfred, Bauer, Marchner Josef, Marchner Adolf, H\u00f6nig, Str\u00f6bl.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">In den folgenden Jahren erlebte die Gesellschaft eine neue Bl\u00fcte. Im Jahre 1954 wurde zum 80 j\u00e4hrigen Bestehen der Gesellschaft vom 8. bis 16. Mai ein Jubil\u00e4umsschie\u00dfen durchgef\u00fchrt, an dem sich 199 Sch\u00fctzen beteiligten.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Bis 1963 f\u00fchrte man im Sommer j\u00e4hrlich ein \u00f6ffentliches Schie\u00dfen durch. 1964 wurde das 90 j\u00e4hrige und 1974 das 100 j\u00e4hrige Gr\u00fcndungsfest der zivilen kgl. priv. Sch\u00fctzengesellschaft, verbunden mit einem gro\u00dfen Jubil\u00e4umsschie\u00dfen und dem Gauschie\u00dfen, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Im Oktober 1976 wechselte die Gesellschaft nach weit \u00fcber 100 Jahren das Gesellschaftslokal. Nachdem der Mitgliederstand auf ca. 100 Sch\u00fctzen angewachsen war, reichten die 4 St\u00e4nde, die dazu noch bei jedem Schie\u00dfen neu auf und abgebaut werden mussten, im Gasthof Zirngibl einfach nicht mehr aus. So baute die Gesellschaft eine gr\u00f6\u00dfere fest installierte Luftgewehr Schie\u00dfanlage im Keller des Gasthofes zur Post. Dadurch konnte die sportliche T\u00e4tigkeit ausgebaut werden.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Ebenfalls 1976 wurde nach anf\u00e4nglichen Widerst\u00e4nden eine Damenabteilung gegr\u00fcndet, die sich zu einer wesentlichen St\u00fctze der Gesellschaft &#8222;gemausert&#8220; hat.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Seit Fr\u00fchjahr 1983 wird das Gro\u00dfkaliberschie\u00dfen mit Pistole und Gewehr an den Schie\u00dfanlagen des Bayrischen Jagdverbandes in Bockenberg gepflegt.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Am 23. Januar 1969 wurde vom Bayerischen Innenministerium der kgl. priv. Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft eine neue Satzung verordnet. Nach dieser Satzung ist das Gr\u00fcndungsjahr der Gesellschaft mit der Gr\u00fcndung der Landfahne gleichzusetzen, begr\u00fcndet durch eine &#8222;Allgemeine Sch\u00fctzenordnung f\u00fcr das K\u00f6nigreich Bayern&#8220; vom 25. August 1868.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Das Sch\u00fctzenwesen in Bad Abbach, 140 Jahre (1734 1874) milit\u00e4risch und 110 Jahre zivil beeinflusst, hat nun zusammen eine Tradition von 250 Jahren.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">In dieser Tradition war, ist und wird das Ziel aller Sch\u00fctzen immer sein:<\/p>\n<p class=\"txt_standard\">Die Kunst des Schie\u00dfens zu \u00fcben, sich dabei gesellig zu unterhalten und die Kameradschaft nach innen und nach au\u00dfen zu pflegen.<\/p>\n<p class=\"txt_standard\"><i>Helmut Windl<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;K\u00f6niglich Privilegierte Feuer und Zimmerstutzengesellschaft Abbach 1734-1874&#8220; von 1984 verfolgt nach ihrer Satzung folgende Ziele: Wahrung der Tradition des Sch\u00fctzenwesens, Pflege des Schie\u00dfsportes als Leibeserziehung und sportliche, sowie gesellschaftliche Erziehung ihrer jugendlichen Mitglieder. So ist es heute aber wie war es zur Zeit der Gr\u00fcndung? 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